Dr. Simone Strohmayr, MdL - Kinderkommission besucht Projekt "KIDZ" in Günzburg
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Kinderkommission besucht Projekt "KIDZ" in Günzburg

Fünf Jahre lang gab es das Projekt „KIDZ“ im Evangelischen Kinderhaus in Günzburg - Kindergarten der Zukunft in Bayern.

 

Kinderkommission besucht Projekt Günzburg Im vergangenen Jahr lief das Projekt aus, jetzt weiß keiner so recht, wie es weitergeht. Geht es nach den fünf Mitgliedern der Kinderkommission des Bayerischen Landtags, die sich gestern vor Ort über „KIDZ“ informierten, sollte der Modellversuch auf alle Fälle ausgeweitet werden. Ein Beschluss wurde gestern nicht gefasst, die Kommissions-Vorsitzende Petra Dettenhöfer versprach aber: „Wir werden den Appell ganz nach oben weiter transportieren.“
Die Kinder des Evangelischen Kinderhauses und ihre Leiterin Christine Krijger sind es längst gewohnt, dass hier die Politprominenz ein- und ausgeht. Nachdem schon der Bayerische Kultusminister, die Familienministerin und der Staatssekretär dem Kindergarten einen Besuch abgestattet hatten, war jetzt also die Kinderkommission des Bayerischen Landtags an der Reihe. Diese wurde erst im November 2009 ins Leben gerufen, mit dem Ziel, im Parlament eine überparteiliche Lobby für die Belange der Kinder in Bayern zu bilden. Für Christine Krijger genau die richtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht, sich für eine Fortsetzung von KIDZ starkzumachen.
Positive Ergebnisse
Große Überzeugungsarbeit musste die Kinderhaus-Leiterin nicht leisten, die fünf Abgeordneten waren nach der Besichtigung hin und weg. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Universität Bamberg, die das Projekt begleitet hatten und ihm einen deutlichen Erfolg attestierten, taten noch ihr Übriges. Herauskam nämlich, dass sich besonders Kinder aus bildungsfernen Familien positiv entwickelten. Wie Wolfgang Hackel, Rektor der Grundschule Südost, gestern bestätigte, seien die betroffenen Eltern begeistert. Mit Hilfe von KIDZ hätten ihre Kinder bessere Sprachkenntnisse erworben und seien besser vorbereitet in die Grundschule gekommen.
Landtagsabgeordnete Eva Gottstein (Freie Wähler) sprach deshalb auch von einem „faszinierenden Ergebnis“. „Dass der soziale Unterschied bei Schuleintritt gegen null geht, also Chancengleichheit hergestellt wird, ist ein toller Ansatzpunkt. Da muss man unbedingt weitermachen“, brach sie eine Lanze für KIDZ und bekam Unterstützung von Brigitte Meyer (FDP). „Nach fünf Jahren zu sagen, Das war’s’, darf nicht sein.“
Gerade was den Kostenfaktor betreffe, müsse ein Umdenken in der Politik stattfinden. „Es kostet vielleicht jetzt viel Geld, aber es ist präventiv und hilft uns, später Geld zu sparen.“ In den Augen von Simone Strohmeyer (SPD) sollte man aus dem Projekt Konsequenzen ziehen, „sonst wäre es umsonst gewesen“. Dazu bedürfe es jedoch stärkere Vorgabe von oben und die ein oder andere Gesetzesveränderung.
An der Ausbildung hapert es
Was sich dringend ändern müsste, hatte Christine Krijger zuvor geschildert. Zum einen hapere es an der Ausbildung der Erzieher. „Da werden Leute auf Kinder losgelassen, die überhaupt nicht überprüft werden. Was sich da manchmal tummelt, ist erschreckend“, betonte sie. Eine Weiterbildung, wie es im Kinderhaus gepflegt werde, helfe da schon weiter. Darin werde auch stets Wert darauf gelegt, dass es nicht um eine Verschulung des Kindergartens gehe. Zum anderen müsste es in der Ausbildung von Erziehern und Grundschullehrern mehr Schnittstellen geben, um bessere Übergänge zu schaffen. „Dafür brauchen wir aber Unterstützung von politischer Seite“, bat Krijger.
Die würde ihr die Kommissionsvorsitzende Petra Dettenhöfer (CSU) gerne geben. Eine mögliche Fortsetzung des Projekts sah sie anfangs jedoch eher skeptisch. Zwar lobte sie, dass KIDZ in Günzburg „sehr eindrucksvoll“ umgesetzt worden sei, fragte sich aber auch: „Können wir es für ganz Bayern finanzieren?“ Dr. Heike Jung regte daraufhin an, nicht das komplette Programm fortzuführen, es reichten ja schon gewisse Elemente, wie Schnittstellen schaffen und Ausbildung verändern. Dettenhöfer gab ihr am Ende recht: „Wenn man es so sieht, erscheint mir die Finanzierung nicht mehr der Knackpunkt.“
Sie sicherte zu, dass die Kommission die Diskussion vertiefen und sich im Landtag einsetzen werde.
Günzburger Allgemeine 29.03.2010

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