Dr. Simone Strohmayr, MdL - Kämpfer gegen das Katzenelend
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Kämpfer gegen das Katzenelend

Die große Anzahl streunender, verwilderter Hauskatzen bereitet den Tierschützern in Gersthofen seit Langem große Sorgen. Zuletzt schickten sie eine Petition mit Forderungen für den Umgang mit den Tieren an die Stadtverwaltung und an die Landesregierung. Die Bemühungen blieben allerdings ohne Erfolg: Die Eingaben wurden abgelehnt. (Artikel erschienen in der AZ am 20.08.2010)

 

Die große Anzahl streunender, verwilderter Hauskatzen bereitet den Tierschützern in Gersthofen seit Langem große Sorgen. Zuletzt schickten sie eine Petition mit Forderungen für den Umgang mit den Tieren an die Stadtverwaltung und an die Landesregierung. Die Bemühungen blieben allerdings ohne Erfolg: Die Eingaben wurden abgelehnt.

„Felix“ geht es bei Sylvia Heckl-Fiedler gut. Die Tierschützerin kämpft außerdem für Katzen, die kein schönes Zuhause haben. Foto: Marcus Merk

„Mehrere Hundert Tiere leben bei uns im Stadtgebiet, in den Ortsteilen, Kleingartenkolonien und am Lech“, schätzt Sylvia Heckl-Fiedler, die Vorsitzende des Tierschutzvereins. Sie hat gemeinsam mit Margit Mayr von der Interessengemeinschaft „Mehr Schutz für Haustiere“ die Petition ausgearbeitet.

Die Verwilderung der Tiere wird in der Fachsprache als „Katzenelend“ bezeichnet. Sie vermehren sich unkontrolliert und sind teilweise in einem erbärmlichen Zustand. Unter den Tieren breiten sich Krankheiten aus, die auch auf Hauskatzen übertragen werden, wenn diese bei Ausflügen mit den verwilderten Artgenossen in Kontakt kommen. Ohne Behandlung gehen viele Tiere qualvoll zugrunde.

Als Gegenmaßnahme schlagen die Tierschützerinnen vor, Katzen, die ins Freie dürfen, zu kastrieren und sie mit einem Chip zu kennzeichnen. „Dann könnte man auch bei einem zugelaufenen Tier feststellen, ob es einen Besitzer hat oder nicht“, erklärt Heckl-Fiedler. Die Markierung würde die Besitzer nur etwa 20 Euro kosten und erspare ihnen und den Findern Zeit und Ärger.

Die Tierfreunde lassen bereits jetzt zugelaufene Streuner auf eigene Kosten kastrieren. „Das bringt aber nur punktuell Verbesserungen. Um das Problem zu beheben, bräuchten wir die Kastrations- und Chippflicht“, meint Heckl-Fiedler. In den Städten Paderborn und Düsseldorf gibt es solche Regeln schon.

Die Behörden sehen allerdings keinen Bedarf für neue Regelungen. Die Stadt Gersthofen hat die Petition der Tierschützer abgelehnt. Wolfgang Held, Fachbereichsleiter beim Amt für Bürgerdienste der Stadt Gersthofen, hält es zwar für möglich, dass es mehrere Hundert wild lebende oder verwilderte Katzen im Stadtgebiet gibt.

Eingreifen dürfe man trotzdem nicht. „Wir können in solch einem Fall nur dann eine Einzelfallverordnung erlassen, wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährdet wäre“, erklärt Held. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn die Katzen Krankheitserreger übertragen würden, die auch dem Menschen gefährlich werden können.

Bei den Fällen in Paderborn und Düsseldorf liegt nach Helds Einschätzung eine andere Rechtslage zugrunde: „Dort wuchs die Katzenpopulation so stark, dass ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorlag.“ Über die Einhaltung dieses Regelwerks wache der Landkreis.

Dort hält man ein Eingreifen nicht für erforderlich. Marion Koppe, Leiterin der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung, ist nicht bekannt, dass die Zahl der Tiere so groß wäre, dass die Behörden eingreifen müssten. „Für solche Probleme wie im Moment sind die Tierschutzvereine da, dafür bekommen sie ihre Spenden. Objektiv betrachtet sind die Probleme mit den frei laufenden Katzen bei uns nicht so groß, dass darüber hinaus etwas getan werden muss.“

Keine neuen Gesetze für den Umgang mit Katzen in Sicht

Auch vom Land Bayern können die Tierschützer keine Hilfe erwarten. Die SPD hat zwar einen Gesetzentwurf eingereicht, der die Forderungen der Tierschützer beinhaltete und den Tierheimen obendrein eine verlässlichere Finanzierung bringen sollte. „Den Antrag haben CSU und FDP allerdings abgelehnt“, erklärt die Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr (SPD). Aus ihrer Sicht ist die unkontrollierte Vermehrung der Katzen und die Folgen mittlerweile auch im ländlichen Raum ein Problem. „Wir wollen, dass die Gemeinden eine Abgabe an die Tierheime zahlen, damit die Leistungen wie die Kastration herrenloser Tiere künftig in ausreichender Zahl durchführen können.“ Diskussionen darüber habe es im Kreistag schon gegeben. Eine Einigung sei allerdings noch nicht erzielt worden.

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