Dr. Simone Strohmayr, MdL - Gleicher Lohn und Sozialwohnungen statt Blumen!
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Gleicher Lohn und Sozialwohnungen statt Blumen!

100 Jahre Internationaler Frauentag: Strohmayr, MdL und Fograscher, MdB fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit, mehr sozialen Wohnungsbau und weitere Maßnahmen gegen Frauenarmut

 

Auch nach 100 Jahren Frauenbewegung sind Frauen immer noch nicht auf gleicher Augenhöhe mit Männern.“ Das erklären Dr. Simone Strohmayr, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, und Gabriele Fograscher, SPD-Mitglied des Deutschen Bundestags, anlässlich des 100sten Internationalen Frauentags am 8. März. „Blumen und Glückwünsche sind schön und gut. Was wir Frauen aber wirklich brauchen, sind gleicher Lohn für gleiche Arbeit, besserer Zugang zu Führungspositionen sowie Hilfe zur Selbsthilfe. Frauen sind gut ausgebildet, engagiert und kompetent. Sie können helfen, einen großen Teil des Fachkräftemangels zu beseitigen“, so die Parlamentarierinnen. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Schwaben verleiht dieser Forderung in den kommenden Wochen durch mehrere Aktionen Nachdruck. Resolution und Termine können im Internet unter www.simone-strohmayr.de/downloads/Resolution_Frauentag.pdf abgerufen werden.

Folge der Ungleichbehandlung ist, dass das Armutsrisiko bei Frauen in Bayern um rund ein Viertel höher ist als bei Männern. Besonders betroffen sind alleinerziehende Mütter, sowie die unter 25- und über 65-Jährigen. Frauenarmut lässt sich unter anderem über die Wohngeldzuwendungen in Zahlen fassen. Im Jahr 2009 waren in Schwaben von rund 14 000 Wohngeldempfängern etwa 8300 weiblich. Das sind knapp 60 Prozent. Schließlich setzt sich die Benachteiligung von Frauen im Rentenalter fort: So betragen die Frauenrenten in Schwaben durchschnittlich 452 Euro (bayernweit: 498), die der Männer 839 Euro (1024). Laut Ernst Kistler vom Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (Inifes) „kippt Schwaben in der letzten Zeit immer stärker in den unteren Bereich“. Frauenarmut ist zudem eng verbunden mit Kinderarmut. Allein in Schwaben leben 18 000 Kinder von Hartz IV, stellt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schwaben fest.

„Wir müssen also Anstrengungen unternehmen, um die Misere zu bekämpfen“, schlussfolgert Strohmayr. Zum Weltfrauentag wird die SPD-Landtagsfraktion das Thema „Frauenarmut in Bayern“ aufgreifen. Zu den Themenschwerpunkten gehören: die Beseitigung von Lohndifferenzen, die in Bayern derzeit im Durchschnitt 24 Prozent betragen (1 Prozentpunkt höher als im Bundes-durchschnitt), der Ausbau der kostenfreien Kinderbetreuung und der Ganztagsschule sowie die Bereitstellung eines kostenlosen Mittagessens in allen Schulen und Kindertageseinrichtungen.

Besonderes Augenmerk richtet Strohmayr auf die Schaffung günstigen Wohnraums. Fakt ist: In den vergangenen 15 Jahren hat sich in Bayern die Zahl der Sozialwohnungen um 115.000 auf aktuell 124.000 fast halbiert. Bei weiteren 60.000 Wohnungen läuft die Sozialbindung in den kommenden fünf Jahren aus. Aufgrund der schlechteren finanziellen Situation sind Frauen besonders auf günstige Wohnungen angewiesen. Hier ist der Freistaat in der Verpflichtung. Sozialer Wohnungsbau muss wieder massiv öffentlich gefördert werden, sonst werden in Ballungsräumen, z.B. der Stadt Augsburg in den nächsten Jahren Sozialwohnungen zur Mangelware. Die derzeitigen Einsparungen der Staatsregierung in Höhe von 13,5 Millionen Euro im Jahr 2011 sind kontraproduktiv und treffen vor allem Frauen.

An den günstigen Wohnraum sollen sich künftig Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Beratungsstellen, Haushalts- und Pflegehilfen für den Notfall und weiteren Infrastruktureinrichtungen anschließen. „Solche innovativen Wohnkonzepte schaffen nicht nur ein familienfreundliches Umfeld mit kurzen Wegen, sondern erlauben auch eine professionelle pädagogische Begleitung der Frauen, stärken die Solidargemeinschaft der Bewohner und bieten hervorragende Ansatzpunkte für jede Form des ehrenamtlichen Engagements“, ist sich Strohmayr sicher. Fograscher sieht darüber hinaus dringend Handlungsbedarf im Niedriglohnbereich. „Was wir brauchen ist ein gesetzlicher Mindestlohn, gleiche Löhne für gleiche und gleichwertige Arbeit. Davon würden vor allem Frauen profitieren, die oftmals Arbeit im Niedriglohnbereich verrichten. Ohne Gleichstellung kein Fortschritt“, fasst die Abgeordnete die frauenpolitischen Ziele der SPD-Bundestagsfraktion zusammen. In Bayern arbeiten 25,6% der Frauen im Niedriglohnsektor, dagegen nur 9,3% der Männer.

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