Dr. Simone Strohmayr, MdL - Auf Hortplätze müssen Eltern teils jahrelang warten
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Auf Hortplätze müssen Eltern teils jahrelang warten

Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr macht sich beim AWO-Hort in Friedberg-Süd ein Bild von der Lage. Artikel erschienen in der AZ am 22.03.2011

 

Friedberg Für Katrin Tuch, die Leiterin des AWO-Kinderhorts ist die Lage eindeutig: In Friedberg gibt es zu wenig Hortplätze. „Wir haben Eltern, die stehen mit ihrem Kind seit zwei Jahren auf unserer Nachrück-Liste und trotzdem haben wir keinen Platz für sie“, sagt Tuch. Dass die Lage „sehr unbefriedigend ist“, findet auch Simone Strohmayr. Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag war in den Hort am Bierweg gekommen, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen.

Die Nachfrage nach Hortplätzen sei in den letzten fünf Jahren stark gestiegen, so Tuch. Für die Eltern habe das Angebot einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber der Mittagsbetreuung, die die Schulen anbieten: Auch in den Ferien sind die Kinder hier zuverlässig untergebracht. Zudem sei es der Wunsch vieler Eltern, ihr Kind zwar ganztags betreut zu wissen, jedoch ohne es dazu in eine Ganztagsschule schicken zu müssen, an der auch am Nachmittag Unterricht stattfindet. Der Hort sei kein Auslaufmodell, sondern gefragter denn je – so die Erfahrung der Hortleiterin Tuch.

Dass in Friedberg das Angebot und der Bedarf an Betreuungsplätzen so stark voneinander abweichen und es zu jahrelangen Wartezeiten kommt, liegt ihrer Einschätzung nach auch an der nur in geringem Maße stattfindenden Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einrichtungen. „Wir können den Eltern, die wir abweisen, gar keine Empfehlungen geben, weil wir nicht wissen, wie es bei den anderen aussieht oder wie dort die Entwicklung ist“, so Tuch. Der Bedarf an Plätzen werde anhand von Statistiken ermittelt. Dass Kinder auch nach dem vierten Schuljahr noch Betreuung brauchen, sei in diesen Zahlenwerken nicht berücksichtigt.

Strohmayr, die sich angesichts der im Landtag anstehenden Novellierung des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz (BayKIBIG), über die Situation im AWO-Hort informierte, möchte zwar selbst etwas unternehmen und sich für eine bessere Koordination unter den verschiedenen Friedberger Einrichtungen einsetzen. Gleichzeitig appelliert sie jedoch auch an die Eltern, mehr Druck auf die Politik auszuüben. „Sprechen Sie die Verwaltungen vor Ort an und schreiben Sie Petitionen an den Landtag“, rät sie.

Bei der Novellierung des Gesetzes sei ihr wichtig, dass es in Zukunft nicht nur Einheitlichkeit bei den Qualitätsstandards der Nachmittagsbetreuung gebe, sondern auch bei der Finanzierung.

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