Dr. Simone Strohmayr, MdL - Ferien - schön, aber wohin mit den Kindern?
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Ferien - schön, aber wohin mit den Kindern?

Bildungsexpertin Strohmayr fordert flächendeckende Ferien- und Randzeitenbetreuung

 

Die Ferienzeit muss nicht immer die schönste Zeit des Jahres sein – jedenfalls nicht für berufstätige Eltern, die nicht wissen, wo und wie ihre Sprösslinge betreut werden können, was häufig genug vorkommt. Obwohl Eltern in zahlreichen Petitionen seit Jahren auf das fehlende staatliche und damit kostengünstige Angebot hinweisen, besteht für die Ferien- und Nachmittagsbetreuung wie auch für die Randzeitenbetreuung im Freistaat Bayern keine Regelung.

Während Horte und Kindergärten auf den Bedarf inzwischen freiwillig weitestgehend reagiert haben (wenn auch mit zum Teil horrenden Gebühren, was nach Ansicht der SPD-Fraktion ebenfalls geändert werden muss), stehen Kinder, die eine Ganztagsklasse besuchen oder zu einer Mittagsbetreuung kommen, in den Ferien bzw. zu Randzeiten meist vor verschlossenen Schultüren. Eltern sind in diesem Fall angewiesen auf unterstützende Großeltern bzw. Verwandte, auf die kommunalen Ferienprogramme oder auf die Projekte freier Träger wie die Arbeiterwohlfahrt oder der Jugendring, die inzwischen infolge des Sparhaushalts von 2004 ohne Landeszuschüsse auskommen müssen.

„Das muss sich ändern“, sagt Dr. Simone Strohmayr, SPD-Mitglied des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag, und fordert ein speziell an diese Zielgruppe gerichtetes Förderprogramm des Freistaats Bayern, das eine Finanzierung vorsieht, bei der Kommunen und Staat gemeinsam die Mittel aufbringen. Gebühren für Eltern sollen möglichst niedrig gehalten werden. Dazu Strohmayr: „Ich bin der Meinung, dass die Ferien- und Randzeitenbetreuung zu den Kindern kommen muss und nicht umgekehrt. Das System muss also möglichst unkompliziert sein, damit niemand durchs Raster fällt. Die Betreuung an der Schule hat den großen Vorteil, dass sich die Kinder in gewohnter Umgebung befinden. Ausflüge könnten das Angebot bereichern. Zusätzlich könnten freie Träger verschiedene Projekte oder Betreuungsangebote gemeinsam mit den Schulen bereitstellen“

Doch wird dieses neue Angebot auch angenommen werden? Nach Strohmayrs Dafürhalten steht dies außer Zweifel. Zum Beleg führt die Politikerin die stete Zunahme an Ganztagsklassen an. Dass der Bedarf an längerer Betreuung gegeben ist, hat auch die bayerische Staatsregierung erkannt und plant daher den Ausbau der Ganztagsangebote in allen Schulformen. Dabei arbeite die Staatsregierung mit den Kommunen zusammen, die Schulen und Ganztagsangebote mitfinanzierten, heißt es in einer Mitteilung. Nach Angaben von Kultusminister Ludwig Spaenle gibt es in Bayern derzeit 761 Schulen mit Ganztagsangeboten, darunter 408 Haupt- und Mittelschulen, 241 Grundschulen und 93 Förderschulen.“ In Bayern sollen zum kommenden Schuljahr 119 neue offene Ganztagsschulen entstehen. Zusätzlich würden 175 gebundene Ganztagszüge an Schulen eingerichtet, ließ Spaenle wissen.

„Schade nur, dass Kultusminister Spaenle bislang die Ferien- und Randzeitenbetreuung außen vor lässt. Der alleinige Verweis auf die Kommunen ist nicht zielführend, da viele Kommunen finanziell überfordert sind und letztlich viele Kinder auf der Strecke bleiben“, fügt Strohmayr hinzu und kündigt an, ihre Forderungen in einen Antrag an die Bayerische Staatsregierung einfließen zu lassen.

Wie die Politikerin weiter informiert, gibt es in Berlin an den offenen und gebundenen Ganztagsschulen bereits ein System an verschiedenen Betreuungsmodulen, welche die Eltern hinzubuchen können. Die Gebühren hierfür richten sich nach dem Einkommen. "Berlin", kommentiert Strohmayr, "ist also schon einen deutlichen Schritt weiter als Bayern."

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