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Oft bleibt nur die Flucht
Schwäbische SPD Frauen informieren sich im AWO Frauenhaus Augsburg über Schutz und Hilfe für Gewaltopfer.
Häusliche Gewalt gegen Frauen ist oft so massiv, dass nur die Flucht ins Frauenhaus bleibt. Im Rahmen ihrer regelmäßigen Besuche sozialer Einrichtungen haben sich nun die Vorstandsmitglieder der schwäbischen Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) mit der Abgeordneten Dr. Simone Strohmayr an der Spitze im AWO Frauenhaus Augsburg über die Hilfe in Krisensituationen informiert.
„Gewalt gegen Frauen ist leider kein Randproblem. Frauenhäuser werden auch in den kommenden Jahren dringend benötigt. Allein in Schwaben hat sich die Anzahl der Fälle von häuslicher Gewalt im Zeitraum von 2005 bis 2009 von 1672 auf 2286 erhöht“, betonte die Vorsitzende der schwäbischen AsF und Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr und kündigte an, in München für eine höhere staatliche Förderung der Frauenhäuser und den Ausbau des Unterstützungssystems für gewaltbetroffene Frauen und Kinder einzutreten. Die rigide Sparpolitik des Freistaats und die verstärkte Bürokratisierung dürfe nicht dazu führen, dass es für Frauen und Kinder immer schwieriger wird niedrigschwellige Hilfen zu erhalten.
Einrichtungsleiterin Birgit Gaile begrüßte den Vorstoß. Eine Zusatzförderung im Bereich des flächendeckenden Ausbaus von Beratungsstellen mit pro-aktivem Ansatz sei wünschenswert. Ziel sei auch, den weiteren Bedarf an einem festen Präventions-Angebot – gerade an Schulen – zu etablieren. Zum Durchbrechen des Gewaltkreislaufes, so die frauenpolitische Sprecherin der Landtags-SPD, Dr. Simone Strohmayr weiter, sei außerdem eine gezielte Täterarbeit entscheidend. Überdies müssten mehr psychosoziale Betreuungsangebote für Kinder, die indirekt und manchmal sogar direkt zu Opfern der häuslichen Gewalt werden, eingerichtet werden. Die SPD habe dazu bereits entsprechende Anträge an die Bayerische Staatsregierung gestellt.
Als Einzigstes in Augsburg und als zweitgrößtes in Bayern bietet das 1980 eröffnete AWO-Frauenhaus auf drei Etagen Platz für 42 Appartements, in denen Betroffene aller Nationalitäten ab 18 Jahren kostenlose Zuflucht finden. Enge Kooperationen bestehen mit der externen Anlauf- und Beratungsstelle bei häuslicher und sexualisierter Gewalt „via – Wege aus der Gewalt“, der Kriminalprävention Augsburg, dem Sozialen Dienst des städtischen Amtes für Kinder, Jugend und Familie sowie des staatlichen Schulamtes der Stadt Augsburg. Aus Sicherheitsgründen wird die Adresse des Frauenhauses nicht in öffentlichen Verzeichnissen publiziert. Die rund um die Uhr besetzte Rufnummer in Krisen- und Notsituationen lautet: 0821-6502670.
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