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Schule in Bayern kann auch Spaß machen!
SPD-Bildungssprecher Martin Güll besichtigt Gymnasium in Oettingen – Zwei Lernlandschaften bereits in Benutzung
Schüler lernen freiwillig ihre Lateinvokabeln und bitten um mehr Übungsaufgaben; Lehrer nehmen ihre Unterrichtsstunden als angenehm, ja beinahe erholsam wahr; Unterrichtsausfälle und erschöpfte Schüler gehören der Vergangenheit an. Das, was für viele wie Utopie klingt, wie ein wundervoller Traum, ist am Gymnasium in Oettingen bereits Realität. Seit dort vor zwei Jahren die erste Lernlandschaft für fünfte Klassen in Betrieb genommen wurde, hat sich vieles zum Guten verändert. Bei einem Besuch der SPD-Bildungsexperten Dr. Simone Strohmayr und Martin Güll stellten Schulleiterin Claudia Langer und ihr Stellvertreter Günther Schmalisch das Konzept vor.
Grundsätzlich wurde dabei das Verständnis von Schülern, Lehrern und der Schule allgemein auf den Kopf gestellt, denn längst ist schon wissenschaftlich bewiesen, dass Frontalunterricht den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht wird. „Lehrer können keine Wissensvermittler sein, sondern Lernbegleiter“, betonte Langer. In Oettingen steht dagegen die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. „Die Kinder müssen lernen, dass nur alleine sie selbst für ihr Lernen verantwortlich sind“, bemerkte die Schulleiterin. Das Material steht dauerhaft zur Verfügung, anhand von Wochenplänen wissen die Kinder, was zu tun ist. Dies ermöglicht nicht nur individuelles Lernen, sondern auch die Förderung einzelner Kinder. „Inklusion ist bei uns problemlos möglich“, so Langer. Die räumliche Umsetzung des pädagogischen Konzeptes schuf in Oettingen bislang zwei Lernlandschaften für die fünften und sechsten Klassen, bestehend aus offenen Zimmern ohne Türen, einem großen Flur in der Mitte als Begegnungsmöglichkeit für die Kinder, viel Farbe und vor allem viel Licht.
Für Strohmayr und Güll stellte sich vor allem die Frage, wie das im momentanen System möglich sei. Langer verwies dabei auf die Schulordnung, die den Schulen immer noch viele Freiheiten ließe, man müsse sie nur nutzen. Um dieses Konzept aber bayernweit durchsetzen zu können, müsste man die Lehrerausbildung grundsätzlich ändern.
In Oettingen geht der Ausbau der Lernlandschaften nun Stück für Stück, Klasse für Klasse weiter, aktuell werden die Räumlichkeiten der siebten Klassen umgebaut und an einem Raumkon-zept für die Mittelstufe gearbeitet.
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