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Wenn die Eltern Streife gehen
Kinderbetreuung ist ein großes Problem bei Polizeibeamten. Strohmayr befürwortet polizeieigene Kitas. Am Polizeipräsidium Schwaben-Nord gibt es erste Pläne.
Das Polizeipräsidium Schwaben-Nord an der Gögginger Straße in Augsburg sucht nach Möglichkeiten, als eine familienfreundliche Behörde die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern.
Bei einem Informationsbesuch der frauenpolitischen Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Simone Strohmayr und der Stadträtin und Vorsitzenden der SPD Augsburg, Ulrike Bahr, erklärte die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Mathilde Schmitz, es gebe Bemühungen von Polizeipräsident Gerhard Schlögl, analog dem Polizeipräsidium München die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen, eine den Besonderheiten des polizeilichen Wechselschichtdienst angepasste Kinderbetreuung zu finden. Derzeit prüfe man am Standort Augsburg Möglichkeiten zur Ferienbetreuung, als mittel- und langfristige Option verfolge man ebenfalls als Polizeipräsidium mit Ballungsraum mit Interesse die Initiative des Polizeipräsidiums München in die Großtagespflege einzusteigen.
Hintergrund ist: Der harte Schichtdienst, der mit Standard-Öffnungszeiten von Kitas und Schulen oft nicht vereinbar ist, stellt die Bediensteten immer wieder vor das Problem der Kinderbetreuung. Verschärft tritt die Problematik insbesondere auch zur Ferienzeit auf, wenn gar beide Elternteile als Polizisten arbeiten. Dann wird die Frage aufgeworfen: „Wohin mit dem Nachwuchs?“
Wie zu erfahren war, sind es häufig Frauen, die infolgedessen auf eine Vollzeitbeschäftigung als Polizeibeamtin verzichten, aber vermehrt auch Polizeibeamte. Sie nehmen familienpolitische Sonderurlaubs- oder Teilzeitangebote in Anspruch. Im Ballungsraum Augsburg sind dies ca. 100 Polizeibeamtinnen und -beamte. Dies hat für die Beschäftigten niedrigere Gehälter und später geringere Pensionen zur Folge, gleichzeitig fehlen die Kolleginnen und Kollegen im Dienst und müssen seitens des Dienstherrn kompensiert werden.
Strohmayr befürwortet deshalb die Einrichtung einer polizeieigenen Kindertagesstätte. „Familienfreundlichkeit muss bei allen Arbeitgebern zum Grundsatz werden. Weder der Beruf noch die Familie darf leiden. Ich freue mich, dass das Polizeipräsidium mit Sitz in Augsburg mit gutem Beispiel vorangehen will“, sagte die Politikerin, deren Ziele - neben dem Ausbau der Kinderbetreuung – unter anderem die Förderung von Führungspositionen in Teilzeit sowie die Ausdehnung der Maßnahmen zum Wiedereinstieg in den Beruf sind. Der öffentliche Dienst als Arbeitgeber ist hier gefordert, analog privatwirtschaftlichen Arbeitgebern zusätzliche Mittel zur Familienförderung zur Verfügung zu stellen.
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