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Protokollauszug mit einer Rede vom 04.03.2009 zum Thema Frauen
Ich eröffne die allgemeine Aussprache und darf Frau
Kollegin Dr. Strohmayr das Wort erteilen. Die Redezeiten
für die einzelnen Fraktionen sind bekannt? - Gut.
Bitte schön, Frau Kollegin.
Dr. Simone Strohmayr (SPD): Sehr geehrte Kolleginnen,
sehr geehrte Kollegen, sehr geehrte Frau Präsidentin!
Am 8. März ist Frauentag. Gleichzeitig müssen
wir heute feststellen, dass Bayern in puncto Gleichstellung
für Frauen immer noch Entwicklungsland ist.
(Beifall bei der SPD und den GRÜNEN)
Trotz aller positiven Entwicklungen und Fortschritte ist eine wirkliche Chancengleichheit im Alltag noch längst nicht gegeben. So steht es im Sozialbericht, der uns unlängst vorgelegt wurde. Das wird mit einer Vielzahl von Beispielen und Zahlen belegt. Es muss also unser dringendstes Anliegen sein, hier endlich Abhilfe zu schaffen. Das gilt vor allen Dingen für die Handlungsfelder Gleichstellung bei der Erwerbstätigkeit, beim Einkommen, bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bei der Gleichstellung bei der Gesundheitsvorsorge und Versorgung bei der Pflege, bei Migration und Integration sowie beim bürgerlichen Engagement und vor allen Dingen auch in der Politik. Obwohl Frauen hier in Bayern bessere Bildungsabschlüsse erzielen - sie verlassen die Schule weniger häufig ohne Schulabschluss, sie machen häufiger Abitur; 23 % der Frauen in Bayern machen Abitur; bei den Männern sind es nur 18 % - wirkt sich das immer noch nicht auf die berufliche Stellung bzw. auf das Einkommen aus. Das ist doch eine Schande.
(Beifall bei der SPD und bei den GRÜNEN)
Frauen sind darüber hinaus häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Sie schaffen seltener den Sprung in die Führungsebene. Diese Daten ergeben sich alle aus dem Sozialbericht. Auch an den bayerischen Hochschulen sieht es für Frauen finster aus. Der Anteil der Professorinnen bleibt mit 11 % deutlich hinter dem Anteil der Männer zurück. All diese Benachteiligungen am Arbeitsmarkt führen letztendlich dazu, dass vielen Frauen Altersarmut droht. Frauen bekommen zum Beispiel im Durchschnitt nur 499 Euro Rente, Männer 955 Euro.Liebe Frauen, liebe Männer, wir müssen dieses Thema angehen, und zwar dringend und schnell.
(Beifall bei der SPD und den GRÜNEN)
Deswegen fordern wir: Wir brauchen endlich Quotenregelungen, zum Beispiel im öffentlichen Dienst, wir brauchen Kaskadenmodelle (Alexander König (CSU): Mehr Bürokratie!)
an den Universitäten, wir brauchen einen Anspruch auf Kinderbetreuung, wir brauchen mehr Ganztagsschulen und wir brauchen eine gesetzliche Regelung zum Mindestlohn.
(Beifall bei der SPD und den GRÜNEN)
Um dies zu erreichen, brauchen wir vor allem mehr Frauen, die sich politisch engagieren.
Ich entnehme der
heutigen "Süddeutschen Zeitung", dass dies auch die
Frauen der CSU erkannt haben. Sehr geehrte Frau Dr.
Merk, ich kann Ihnen nur zustimmen: Sie brauchen
dringend die Quote. Die SPD hat es Ihnen vorgemacht.
Wir sind quotiert. Machen Sie es uns nach. Dann kann
sich endlich auch in Bayern etwas ändern.
(Beifall bei der SPD und den GRÜNEN)
Dringlichkeitsantrag der Abg. Franz Maget, Johanna Werner-Muggendorfer, Christa Naaß u. a. und Fraktion (SPD) Gleichstellung von Frauen endlich auch in Bayern verwirklichen (Drs. 16/750),
Dringlichkeitsantrag der Abg. Georg Schmid, Karl Freller, Joachim Unterländer u. a. und Fraktion (CSU), Thomas Hacker, Brigitte Meyer, Renate Will u. a. und Fraktion (FDP) Chancenpotenziale für Frauen (und Männer) konsequent ausbauen! (Drs. 16/783)
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